ACTINOMYCES SPP. (+)
Index
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Charakteristische Fäden von Actinomyces israelii
(Mit freundlicher Genehmigung Roche AG)
Actinomyces-Drusen im Eiter
(Mit freundlicher Genehmigung Roche AG)
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Gattung (Genus)
Actinomyces
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Arten (Spezies)
– A. israelii
– A. naeslundii
– A. odontolyticus
– A. viscosus
– A. pyogenes
– A. meyeri
– A. bovis
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Mikrobiolog. Charakteristika
– Grampositive Bakterien, fakultativ oder strikt anaerob
– fadenförmig, nicht sporenbildend, neigen dazu als verzweigte Filamente zu wachsen
– ältere Kulturen zeigen diese myzeliale Morphologie jedoch nicht, sondern ähneln in ihrem Äußeren stark den Corynebakterien
– aufgrund des myzelialen Verhaltens junger Kulturen hat man die Aktinomyzeten früher zu den Pilzen gezählt ("Strahlenpilze").
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Inkubationszeit
– sehr unterschiedlich, wahrscheinlich Wochen bis Monate nach Gewebepenetration
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Epidemiologie
– weltweites Vorkommen, teilweise Bestandteil der normalen Standortflora des Mundes
– selten beim Menschen auftretend, Morbidität (Inzidenz) liegt zwischen 1:40.000 und 1:80.000 pro Jahr
– Männer werden 2½mal häufiger befallen als Frauen
– A. israelii: Aktinomykose beim Menschen als Folge von Verletzungen oder chirurgischen Eingriffen
– A. israelii dringt in Weichteile und Knochengewebe ein und verursacht eitrige, granulomatöse Veränderungen mit Fistelbildung
– die Infektionsursache ist endogen;
– Die Actinomyzeten entwickeln sich saprophytär in und um kariöse Zähne. Von der Mundhöhle aus kann das Bakterium verschluckt oder eingeatmet werden.
– Die Infektion bei Tieren ist nicht auf den Mensch übertragbar. Eine Übertragung Mensch - Mensch oder Tier - Tier besteht nicht.
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Infektionen
Aktinomykosen bei Tieren und Menschen (A. israelii)
– Infektionen sind fast immer Mischinfektionen mit Anaerobiern der Mundhöhle, z.B. Actinobacillus actinomycetemcomitans, Pasteurella spp. Streptococcus spp., Bacteroides spp., Fusobacterium
– Zervikofaziale Aktinomykose (häufigste Form > 90 %) mit anfänglich tumorartigen, später nekrotisierenden Affektionen. Abszesse können zur Haut durchbrechen, was zur Fistelbildung führt
– Thorakale Aktinomykose (selten, durch Einatmen des Krankheitserregers oder nach Aspiration von Speichel)
– Abdominale Aktinomykose (von Verletzungen des Darmes oder des weiblichen Genitales ausgehend)
– Genitale Aktinomykose (kann bei Verwendung intrauteriner Verhütungsmittel entstehen)
– Kanalikulitis (Entzündung der Tränenkanälchen
– Karies, Paradontitis (A. naeslundii, A. viscosus)
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Diagnose
– mikroskopischer und kultureller Nachweis der Erreger in Eiter, Fistelsekret, Granulationsgewebe oder Bronchialsekret. Cave Kontamination mit körpereigener Flora, v.a. aus der Mundhöhle
– Transport ins Labor in Behälter für Anaerobier
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Therapie
– antimikrobielle Therapie mit Aminopenicillin (auch die Begleitbakterien müssen erfasst werden), bei Penicillinallergie Makrolide
– chirurgische Intervention
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Alternativen
– Tetracycline (Minocyclin), Cefalosporine
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