SALMONELLA SPP. (-)
Index
 
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Salmonella-Stäbchen-Bakterium
 
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Gattung (Genus)
Salmonella (gehört zur Familie Enterobacteriaceae)
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Arten (Spezies)
– S. enterica ssp. enterica

– Alle Salmonellen werden in der Spezies S. enterica mit 7 Subspezies zusammengefasst. Fast alle humanpathogenen Salmonellen gehören zu S. enterica, ssp. enterica.
– Die Salmonellen können aufgrund von O- und H-Antigenen in mehr als 2.000 Serovare unterteilt werden (Kauffmann-White-Schema), die (inkorrekt) mit Speziesnamen bezeichnet werden. Zur Unterscheidung von Spezies werden die Serovare mit Großbuchstaben geschrieben
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Mikrobiolog. Charakteristika
– Fakultativ anaerobe, gramnegative, plumpe, abgerundete Enden aufweisende Stäbchen
– Länge: 2-4 µm, Breite 0,5-1,5 µm
– Mittlere Generationszeit beträgt 20-30 Minuten
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Inkubationszeit
– Typhöse Salmonellen (S. Typhi, S. Paratyphi): 1-3 Wochen
– Enteritische Salmonellen (S. Typhimurium, S. Enteritidis u.a.): 1-2 Tage
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Epidemiologie
Typhöse Salmonellosen:
– Erreger werden per os aufgenommen (Übertragung direkt durch Schmierinfektion, indirekt durch Lebensmittel und Trinkwasser), gelangen in den Intestinaltrakt und breiten sich lymphogen und dann hämatogen aus
– Infektionsquellen sind ausschließlich menschliche Ausscheider
Enteritische Salmonellosen:
–Übertragung indirekt; Erreger werden mit Nahrungsmitteln aufgenommen. Infektionsquellen zumeist Nutztiere (z.B. Hühnerfleisch)
– Die durch Salmonellen verursachten Infektionen (Salmonellosen) stellen nach wie vor die Lebensmittelinfektion Nr. 1 in Österreich dar.
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Infektionen
Typhöse Salmonellosen: septisches Krankheitsbild
– Typhus (S. Typhi)
– Paratyphus (S. Paratyphi)
Enteritische Salmonellosen: Infektion auf Magen-Darm-Trakt beschränkt
– Gastroenteritis (Diarrhoe) (S.Typhimurium, S. Enteritidis und weitere)
– Meist selbstlimitierendes Krankheitsbild
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Diagnose
– Kultur
Typhöse Salmonellosen:
– Erregernachweis in Blut, Stuhl, Urin
– Antikörpernachweis (Agglutinationsreaktion nach Gruber-Widal)
Enteritische Salmonellosen:
– Erregernachweis im Stuhl
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Therapie
Typhöse Salmonellosen:
Chinolone, 3. Generations-Cephalosporine
Enteritische Salmonellosen:
– Antiinfektiva meist nicht notwendig, Wasser und Elektrolyt-Substitution
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Alternativen
Typhöse Salmonellosen:
Amoxicillin/Clavulansäure, Co-Trimoxazol
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Prävention
– Expositionsprophylaxe (Trinkwasserhygiene, Genuss von ungekochten Lebensmitteln in Ländern, wo Salmonellosen häufig sind, vermeiden)
– Schutzimpfung gegen Typhus
– Sanierung von Dauerausscheidern (= Rekonvaleszente, die mehr als 3 Monate nach Überstehen der Erkrankung die Erreger noch ausscheiden), Meldung an Gesundheitsämter
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Links
Salmonellen Referenz-Zentrale
Alljährlich gelangen mehr als 8000 humane Salmonella-Isolate an die Referenzzentrale, wobei diese Anzahl nur die mikrobiologisch diagnostizierten Fälle darstellt. Die Dunkelziffer dürfte um ein Vielfaches höher liegen. Daneben werden auch alle in Österreich isolierten nicht-humanen (z.B. Tierzucht, Lebensmittel, Wasser, Klärschlamm etc.) Salmonella-Isolate an die Referenzzentrale geschickt.
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