LAMBLIASIS
 
Definition Erreger Epidemiologie
Übertragung Inkubationszeit Klinik
Diagnostik Differentialdiagnose Therapie
Komplikationen Handelspräparate aus dem Pharmaangebot Achtung !
Prävention / Follow-up    
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Zysten von Giardia lamblia aus erkaltetem Stuhl
(Mit freundlicher Genehmigung Roche AG)
   
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Synonyme
Giardiasis
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Definition
Infektion des oberen Dünndarms durch Giardia lamblia, oft mit Durchfall verbunden.
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Erreger
Ätiologie
Erreger ist Giardia lamblia (Giardia intestinalis) mit Trophozoiten- und Zystenform (infektiöse Form). Nach Aufnahme bilden die Zysten Trophozoiten, die sich an die Mukosa des Duodenums und Jejunums festsetzen und sich vermehren. Trophozoiten, die mit dem Stuhl ausgeschieden werden, werden wieder zu Zysten.
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Epidemiologie
Inzidenz:
weltweit verbreitet, Epidemien nach fäkaler Trinkwasserverunreinigung

Risikofaktoren:
unzureichende Abwasser- und Trinkwasseraufbereitung, homosexuelle Praktiken

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Übertragung
primäre Übertragung von Mensch zu Mensch auf faeko-oralem Weg oder über Trinkwasser. Mensch als Hauptreservoir, aber auch Infektion über Wildtiere wie Biber.
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Inkubationszeit
ca. 2 Wochen, Symptome beginnen Tage bis Wochen nach Zystenaufnahme (durchschnittlich 9 Tage).
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Klinik
Das Hauptsymptom ist Durchfall, zumeist akutem oder subakutem Beginn, weiters krampfartige Schmerzen, Steatorrhoe und Anorexie. Gelegentlich kommt es zu Urticaria, Arthritis oder Cholecystistis, die Infektion kann aber auch asymptomatisch verlaufen.
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Diagnostik
Direkter Nachweis von Zysten oder Trophozoiten im Stuhl. Nachweis von Trophozoiten im Duodenalsaft (Entero-Test) oder Doudenalbiopsat.
Serologischer Antikörpernachweis (IgM in Blut, IgA im Speichel).
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Differentialdiagnose
- Tropische Sprue
- Cryptosporidiosis
- Infektion durch enteropathogene E. coli
- M. Crohn
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Therapie
Metronidazol: Erwachsene (über 50 kg KG): 3 x 250 bis 500 mg/d p.o. über 5 bis 7 Tage,
Kinder: 3 x 5 mg/kg über 7 Tage oder Tinidazol (2 g Einmalgabe). Albendazol (1 x 400 mg p.o. über 5 Tage).

Bei Schwangeren: Paromomycin (4 x 500 mg über 7 Tage).
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Komplikationen
- Steatorrhoe
- Gewichtsverlust
- Hypogammaglobulinämie
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Achtung !
Häufig Rezidiv durch Ansteckung in der Familie. Falls Durchfall nach Therapie persistiert, auch an tropische Sprue oder sekundäre Laktoseintoleranz denken. Alkoholkarenz unter Metronidazol-Therapie (Kopfschmerzen und Flush).
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Prävention / Follow-up
Verbesserung der Trinkwasseraufbereitung (Abkochen, Filtern). Verzicht auf rohes Gemüse/Obst in endemischen Gebieten.
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Handelspräparate aus dem Pharmaangebot
Die Präparate-Nennungen erfolgen durch die Sponsoren unserer Webseite unabhängig vom Autor des Fachtextes. Die Reihenfolge entspricht dem ATC-Code. Der Benutzer ist angehalten, sich vor Verschreibung eines Medikaments durch sorgfältige Prüfung der jeweiligen Fachinformation bzw. Gebrauchsinformation zu vergewissern, ob die dort vorliegenden Informationen zu Indikation, Kontraindikation und Dosierung von den Angaben auf dieser Webseite evtl. abweichen (siehe auch Haftungsausschluss).
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Mitteln sowie Nebenwirkungen sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen.

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